Definition: die Entnahmestelle am Ende des Leitungsnetzes
Alles vor der Entnahmestelle ist feste Installation: Zentrale, Verteilleitungen, Ventile und Überwachung. Alles dahinter ist klinische Ausstattung: Flowmeter, Druckminderer, Schläuche, Beatmungsgeräte und Absaugsets. Die Entnahmestelle ist die Schnittstelle zwischen beiden - und das einzige Bauteil des Leitungsnetzes, das das klinische Personal täglich Dutzende Male berührt.
Damit ist sie das am häufigsten betätigte Bauteil der gesamten Anlage und dasjenige, das Fehlbedienung am stärksten ausgesetzt ist. Sie muss nach Zehntausenden Steckvorgängen zuverlässig dichten, seitlichem Zug am Schlauch standhalten, wiederholte Desinfektion überstehen und dennoch ausschließlich ihr eigenes Gas annehmen. Die Entnahmestellen von Tecnomed werden vor dem Versand einzeln auf Dichtheit geprüft und nach EN ISO 7396-1 innerhalb eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 13485 gefertigt.
Wie die gasspezifische Codierung Verwechslungen verhindert
Die Verwechslung von Gasen - also die Abgabe des falschen Gases an einer Entnahmestelle - ist der schwerwiegendste Fehler, den eine medizinische Gasversorgungsanlage hervorbringen kann. Der Schutz ist mechanisch und nicht organisatorisch: Jedes Gas besitzt eine eigene Steckergeometrie, und ein Stecker für ein Gas passt physisch nicht in die Steckaufnahme eines anderen. Das ist in der jeweiligen Norm angelegt, ob DIN 13260-2, BS 5682 oder AFNOR NF S 90-116.
Die Codierung wirkt nur, wenn die gesamte Kette einheitlich ist. Eine DIN-Sauerstoff-Steckaufnahme, ein DIN-Sauerstoff-Sondenstecker und DIN-Sauerstoffgeräte bilden eine sichere Kette. Kommt ein Adapter hinzu, ist der mechanische Schutz umgangen. Deshalb prüft die Verwechslungsprüfung bei der Inbetriebnahme jede Entnahmestelle einzeln statt stichprobenartig, und deshalb sind Adapter zwischen Normen mit größter Vorsicht zu behandeln.
Bauteile: Unterteil, Ventil, Steckaufnahme und Frontabdeckung
Das Unterteil ist das Bauteil, das an das Leitungsnetz gelötet oder angeschlossen wird; es ist aus kalibriertem Messing bearbeitet und für den medizinischen Einsatz entfettet. Tecnomed liefert es serienmäßig mit einem 8 mm starken, 120 mm langen Kupferanschluss, optional mit 10 mm und 12 mm, und in den Anschlussvarianten 45 Grad Rohr, 90 Grad Rohr, 45 Grad Verschraubung und rückseitiger Anschluss, sodass es zu jeder Wand-, Bettkopf- oder Deckenanordnung passt.
Über dem Unterteil sitzt die Steckaufnahme mit ihrem Rückschlagventil, ihrem Gastrenngehäuse aus nickelfrei verchromtem Messing und ihren Silikondichtungen. Vier Edelstahlstifte verriegeln den Sondenstecker; zum Kuppeln sind rund 100 N erforderlich, zum Trennen 110 N. Das Rückschlagventil unterbricht den Gasfluss, sobald das Oberteil abgenommen wird, sodass sich eine Steckaufnahme warten lässt, ohne den Bereich abzusperren.
- Unterteil: kalibriertes, entfettetes Messing, serienmäßig 8 mm Kupferanschluss
- Anschlussvarianten: 45 Grad Rohr, 90 Grad Rohr, 45 Grad Verschraubung, rückseitiger Anschluss
- Rückschlagventil, das das Gas absperrt, wenn das Oberteil abgenommen wird
- Vier Edelstahl-Verriegelungsstifte, 100 N Kuppel- und 110 N Trennkraft
- Gastrenngehäuse aus nickelfrei verchromtem Messing mit Silikondichtungen
- Frontabdeckung mit Gasbezeichnung, Symbol und Farbcodierung
Farbcodierung der Gase und Kennzeichnungsschilder
Die Farbcodierung ist eine schnelle Erkennungshilfe und eine Gegenkontrolle, niemals der primäre Sicherheitsmechanismus. Die Farbkonventionen unterscheiden sich zwischen Regionen - genau deshalb verhindert die mechanische Codierung und nicht die Farbe die Verwechslung. Welche Konvention das Krankenhaus auch verwendet: Sie muss über Entnahmestellen, Schläuche, Sondenstecker und Leitungskennzeichnung hinweg einheitlich angewendet werden.
Text- und Symbolkennzeichnung müssen auf der Frontfläche der Entnahmestelle selbst erscheinen und nicht nur auf einer abnehmbaren Abdeckung, damit die Kennzeichnung eine Wartung übersteht. Die Entnahmestellen von Tecnomed werden farbcodiert und gaskennzeichnet geliefert, und dieselbe Konvention setzt sich in den farbcodierten Medizingasschläuchen nach EN 739 und in den gasspezifischen Sondensteckern fort, sodass die Kette von der Wand bis zum Patienten einheitlich lesbar bleibt.
Montagearten: Unterputz, eingelassen und Aufputz
Entnahmestellen werden auf drei Arten installiert. In einer Bettkopfeinheit oder Deckenversorgungseinheit werden sie in das stranggepresste Profil eingesetzt - die häufigste Anordnung in Patientenzimmern und auf Intensivstationen. In einem Wand-Gasmodul werden sie in einem Aluminiumkorpus mit ein bis sechs Entnahmestellen gruppiert, erhältlich als Aufputzvariante für die Oberflächenmontage oder als Unterputzvariante für den bündigen Einbau, mit Standard- oder Edelstahlabdeckung.
Die dritte Möglichkeit ist ein einzelner Wandeinbaukasten, der dort eingesetzt wird, wo eine einzelne Gasart abseits einer Bettkopfeinheit benötigt wird - etwa im Gipsraum, im Lager oder an einem Geräteplatz im Flur. Die Wandentnahmestellen von Tecnomed fassen eine Steckaufnahme in ein kompaktes Kunststoffgehäuse mit abgerundeten Ecken und sind in den Ausführungen BS 5682, DIN 13260-2 und AFNOR für alle sieben Gasarten erhältlich.
Durchfluss und Druckverlust
Entnahmestellen werden bei einem angegebenen Eingangsdruck auf Durchfluss geprüft, und der Druckverlust über die Entnahmestelle ist Teil der Anlagenberechnung. Einzeln ist der Wert klein, doch mit einer langen Stichleitung, mehreren Formstücken und einem Schlauch in Reihe wird er bei hohem Durchfluss relevant. Deshalb wird die Auslegungsberechnung bis zur entferntesten Entnahmestelle beim Auslegungsdurchfluss geführt und nicht bis zu einem Mittelwert.
Dem Vakuum gebührt besondere Aufmerksamkeit, denn eine Entnahmestelle, die bei Sauerstoff gute Werte erreicht, kann den Vakuumdurchfluss spürbar drosseln. Wird ein hoher Absaugdurchfluss gefordert, prüfen Sie gezielt die Werte der Vakuum-Entnahmestelle, statt anzunehmen, das gesamte Programm verhalte sich gleich. Die Leistung wird bei der Inbetriebnahme im Rahmen der Durchfluss- und Druckprüfung nach EN ISO 7396-1 erneut nachgewiesen.
Welche Abteilung wie viele Entnahmestellen benötigt
Die Entnahmestellenlisten ergeben sich aus den nationalen Planungsgrundlagen für Krankenhausbauten und der klinischen Nutzungsvorgabe, doch das Muster ist beständig. Stationsbetten erhalten Sauerstoff und Vakuum. Überwachungsbetten ergänzen medizinische Druckluft 4 bar. Intensivbetten führen von jedem Medium deutlich mehr. Operationssäle ergänzen Instrumentenluft 7 bar, Lachgas, sofern verwendet, und die Narkosegasfortleitung.
Drei Punkte werden in der Planung regelmäßig vergessen und sind später teuer nachzurüsten: der Stellplatz des Reanimationswagens in jedem Stationsflur, Gips- und Behandlungsräume sowie der Geräteprüfplatz, an dem die Medizintechnik Beatmungs- und Absauggeräte prüft. Eine Entnahmestelle nachträglich zu ergänzen bedeutet Löten an einer in Betrieb befindlichen Anlage unter Erlaubnisschein und eine erneute Prüfung dieses Strangs.
- Normalstationsbett: Sauerstoff und Vakuum
- Überwachungsbett: Sauerstoff, Vakuum und medizinische Druckluft 4 bar
- Intensivbett: mehrere Entnahmestellen für Sauerstoff, Vakuum und medizinische Druckluft
- Operationssaal: Sauerstoff, Vakuum, medizinische Druckluft, Instrumentenluft 7 bar, Lachgas, AGSS
- Aufwachraum, Kreißsaal und Notaufnahme: Sauerstoff, Vakuum und medizinische Druckluft je Platz
- Reanimationsplätze im Flur, Gipsräume und Werkstätten der Medizintechnik
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich Gasentnahmestelle und Entnahmestelle?
Es ist dasselbe Bauteil. Entnahmestelle ist der in EN ISO 7396-1 und in Ausschreibungen verwendete Begriff, während Gasentnahmestelle, Gasanschluss und Wandanschluss der Alltagssprache entstammen. Alle bezeichnen die selbstdichtende, gasspezifische Steckaufnahme, an der Geräte an das Leitungsnetz des Krankenhauses angeschlossen werden.
Lässt sich eine Entnahmestelle warten, ohne den Bereich abzuschalten?
Ja. Die Entnahmestellen von Tecnomed enthalten ein Rückschlagventil, das den Gasfluss unterbricht, sobald das Oberteil abgenommen wird; die Steckaufnahme lässt sich also tauschen oder warten, ohne die Bereichsabsperrung zu schließen. Die Arbeit bleibt Aufgabe des technischen Dienstes im Rahmen des Erlaubnisscheinverfahrens des Hauses.
Was hält den Sondenstecker in der Entnahmestelle?
Vier Edelstahl-Verriegelungsstifte greifen in den Sondenstecker und halten ihn gegen den Leitungsdruck. Die Entnahmestellen von Tecnomed sind auf rund 100 N Kuppelkraft und 110 N zum Trennen ausgelegt - fest genug, um einem versehentlichen Zug am Schlauch zu widerstehen, und dennoch einhändig bedienbar.
Reichen Farbcodierungen aus, um den Anschluss des falschen Gases zu verhindern?
Nein, und das ist auch nicht ihre Aufgabe. Die Farbcodierung ist eine Erkennungshilfe; der eigentliche Schutz ist die gasspezifische Steckergeometrie nach DIN 13260-2, BS 5682 oder AFNOR NF S 90-116, die das Einstecken eines falschen Sondensteckers mechanisch unmöglich macht.