Wie die beiden Architekturen aufgebaut sind
Eine kabelgebundene Anlage ist ein Kabelstern. Jede Rufstelle, jede Handtasterbuchse, jede Türsignalleuchte und jedes Anzeigetableau wird über Kabeltrassen an einen Zimmercontroller und von dort an den Stationscontroller geführt. Alles wird aus der Anlage versorgt, es gibt also keine Batterien am Bett, und jedes Gerät ist physisch über das Kabel identifiziert, das zu ihm führt.
Eine Funkanlage ersetzt diese Verkabelung durch eine Funkstrecke. Batteriebetriebene Rufstellen senden an einen Empfänger, der Anzeigen und Leuchten ansteuert. Die WLAN-Schwesternrufanlage von Tecnomed arbeitet so: Das Anzeigetableau TEC71.01 verwaltet bis zu 200 Ruftaster, der schlagfeste ABS-Ruftaster TEC71.02 sendet per Funk und bietet mehr als fünf Jahre Lithium-Batterielebensdauer, und die Signalsendeeinheit TEC71.04 mit externer Dipolantenne erweitert die Abdeckung über Hochhäuser hinweg.
Verkabelung, Trassen und Montageaufwand
In einem Neubau ist es unkompliziert, die Schwesternrufverkabelung gemeinsam mit den übrigen Niederspannungssystemen zu verlegen; sie verlängert das Bauprogramm kaum. Die Trassen werden ohnehin installiert, die Decken sind offen, die Wände unverputzt, und die Elektrofirma ist bereits vor Ort. Genau dann sind kabelgebundene Anlagen am wirtschaftlichsten.
Im Bestand kehrt sich das Bild vollständig um. Wände schlitzen, Decken öffnen, Brandabschnitte queren und in belegten Patientenzimmern wieder instand setzen ist langsam, staubig und störend, und jede Durchdringung einer Brandschutzebene muss fachgerecht verschlossen und dokumentiert werden. Eine Funkanlage vermeidet nahezu all das: Der Ruftaster wird an die Wand montiert, die Leuchte über die Tür, und am Bett ist keine Rufverkabelung erforderlich.
Zuverlässigkeit, Störeinflüsse und Redundanz
Kabelgebundene Anlagen sind deterministisch. Ein Kabel funktioniert oder eben nicht, und eine Störung ist meist örtlich begrenzt und mit einem Messgerät zu finden. Ihre Schwäche ist die mechanische Beschädigung: Ein bei fremden Bauarbeiten durchtrenntes Kabel kann eine ganze Zimmerreihe lahmlegen, und ein Fehler innerhalb der Trasse ist langwierig und störend zu lokalisieren.
Funkanlagen eliminieren die Kabelbeschädigung als Fehlerursache, führen jedoch das Funkumfeld als neue Größe ein. Krankenhäuser sind dicht mit Funktechnik belegt, und Bauwerke mit massivem Beton und abgeschirmten Bildgebungsräumen erzeugen Funklöcher. Die Gegenmaßnahmen sind bekannt: eine saubere Standortuntersuchung vor der Montage, zusätzliche Signalsendeeinheiten bei grenzwertiger Abdeckung und eine externe Dipolantenne für große Entfernungen und Hochhauslagen.
- Kabelgebunden: deterministisch, keine Batterien, anfällig für mechanische Kabelschäden
- Funk: kein Risiko von Kabelschäden, abhängig von Funkabdeckung und Batteriezustand
- Beide benötigen an Anzeigetableau und Empfänger eine Versorgung, die einen Netzausfall übersteht
- Eine Standortuntersuchung vor der Montage ist bei Funk unverzichtbar
- Zusätzliche Sendeeinheiten lösen die meisten Abdeckungsprobleme
Nachrüstung in einem belegten Krankenhaus
Hier gehen die beiden Architekturen am deutlichsten auseinander. Eine kabelgebundene Anlage in eine belegte Station nachzurüsten bedeutet, Bettplätze - mitunter ganze Zimmer - tagelang zu sperren, während Wände geschlitzt und Decken geöffnet werden. In einem Haus mit hoher Auslastung kostet die verlorene Bettenkapazität häufig mehr als die Anlage selbst.
Eine Funkinstallation lässt sich in der Regel Zimmer für Zimmer innerhalb einer Schicht abschließen, ohne Schlitzarbeiten und ohne Deckenarbeiten im Patientenbereich. Die Rufaufzeichnungseinheit TEC71.07 von Tecnomed lässt sich zudem später in eine installierte Funkanlage nachrüsten, sodass die Auswertung ergänzt werden kann, wenn sich die Grundanlage bewährt hat, statt von Anfang an ausgeschrieben zu werden.
Abdeckung, Batterielebensdauer und Wartung
Die Wartung kabelgebundener Anlagen ist überwiegend störungsgetrieben: einen defekten Taster ersetzen, ein beschädigtes Kabel verfolgen, eine Leuchte tauschen. Bei Funkanlagen kommt die planbare, wiederkehrende Aufgabe der Batteriepflege hinzu. Die Rufstellen und WC-Zugtaster von Tecnomed nutzen Lithium-Batterietechnologie mit mehr als fünf Jahren Lebensdauer, was daraus einen geplanten Austauschzyklus statt einer häufigen Routine macht.
Entscheidend ist die Meldung schwacher Batterien, damit eine nachlassende Zelle von der Anlage erkannt und nicht erst bemerkt wird, wenn ein Patient drückt und nichts geschieht. Nehmen Sie den Batteriewechsel in festen Intervallen in den Wartungsplan auf, führen Sie je Gerät einen Nachweis und halten Sie Ersatzzellen vor Ort vor, damit ein Austausch nie auf die Beschaffung warten muss.
Kostenvergleich über zehn Jahre
Vergleichen Sie über die Investitionskosten plus zehn Betriebsjahre und nicht über den Gerätepreis. Im Neubau sind kabelgebundene Anlagen meist wettbewerbsfähig, weil die Verkabelung effizient zusammen mit allem anderen verlegt wird und keine Batterien zu ersetzen sind. In der Nachrüstung ist Funk oft deutlich günstiger, sobald Störungen, Instandsetzung, Brandschottung und verlorene Belegungstage ehrlich mitgerechnet werden.
Die am häufigsten vergessenen Kostenpositionen liegen sämtlich auf der kabelgebundenen Seite: Trassen, Brandschottung, Instandsetzung und Malerarbeiten, temporäre Stationsschließungen und der Koordinationsaufwand. Auf der Funkseite sind Batterien, die Standortuntersuchung, etwaige zusätzliche Sendeeinheiten und der Austauschaufwand zu zählen. Erst dann vergleichen Sie Gleiches mit Gleichem.
Welche Anlage für welches Projekt
In der Regel entscheiden Gebäude und Bauprogramm, nicht die Technik. Ein Neubau mit vollständigem Elektropaket spricht für kabelgebunden. Sanierung im belegten Betrieb, abschnittsweise Arbeiten, denkmalgeschützte Gebäude und Projekte mit kurzem Zeitplan sprechen für Funk. Eigenständige Einrichtungen wie Pflegeheime, Dialysezentren und Praxen wählen häufig Funk, schlicht weil keine Elektrofirma vor Ort ist.
Welche Architektur auch gewählt wird: Halten Sie Rufstellen, Leuchten und Anzeigen im ganzen Haus einheitlich. Das Personal wechselt zwischen Stationen, und eine Anlage, die sich in jeder Abteilung anders verhält, erzeugt Zögern genau in dem Moment, in dem Zögern teuer wird. Einheitlichkeit von Farben, Tönen und Rückstellverhalten zählt mehr als die darunterliegende Übertragungstechnik.
- Neubau mit vollständigen Niederspannungspaketen: kabelgebunden ist wettbewerbsfähig
- Sanierung belegter Stationen: Funk, Zimmer für Zimmer installiert
- Abschnittsweise oder teilweise Modernisierung: Funk, Station für Station erweitert
- Denkmalgeschützte oder baulich beengte Gebäude: Funk
- Pflegeheime, Praxen und Dialyseeinheiten: Funk
- Abteilungen mit dichter Funktechnik: erst untersuchen, dann entscheiden
Häufige Fragen
Sind funkbasierte Schwesternrufanlagen zuverlässig genug für Krankenhäuser?
Ja, wenn die Funkabdeckung untersucht und geplant und nicht angenommen wird. Die Anlage von Tecnomed nutzt eine Signalsendeeinheit mit externer Dipolantenne für große Entfernungen und Hochhäuser, und zusätzliche Sendeeinheiten lassen sich überall dort ergänzen, wo die Gebäudestruktur eine schwache Abdeckung erzeugt.
Wie oft müssen die Batterien der Funkrufstellen gewechselt werden?
Die Ruftaster und WC-Zugtaster von Tecnomed nutzen Lithium-Batterietechnologie mit mehr als fünf Jahren Nutzungsdauer. Behandeln Sie den Austausch als geplante Wartungsaufgabe in festen Intervallen, führen Sie je Gerät einen Nachweis und halten Sie Ersatzzellen vor Ort vor, damit eine Batteriemeldung nie auf die Beschaffung warten muss.
Ist Funk immer günstiger als eine kabelgebundene Anlage?
Nein. Im Neubau, in dem Trassen und Verkabelung effizient mit dem übrigen Elektropaket verlegt werden, sind kabelgebundene Anlagen meist wettbewerbsfähig. Funk wird deutlich günstiger in der Nachrüstung, sobald Schlitzarbeiten, Instandsetzung, Brandschottung, Stationsschließungen und verlorene Belegungstage in den Vergleich einbezogen werden.
Lässt sich die Auswertung später in eine Funkanlage nachrüsten?
Ja. Die Rufaufzeichnungseinheit TEC71.07 von Tecnomed lässt sich in eine installierte funkbasierte Schwesternrufanlage nachrüsten. Sie protokolliert Rufe, ermittelt den Zeitpunkt der pflegerischen Intervention und erzeugt über eine USB-Verbindung zu einem Rechner Berichte für monatliche, wöchentliche, tägliche oder frei gewählte Zeiträume.