Deckenversorgungseinheiten

Deckenversorgungseinheit richtig auswählen: Intensivstation und Operationssaal

Bei der Auswahl einer Deckenversorgungseinheit gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: Legen Sie zunächst den Arbeitsbereich fest, den das klinische Team rund um Bett oder OP-Tisch benötigt, dann das Gerätegewicht, das der Versorgungskopf tragen muss, anschließend die Gasarten sowie die Strom- und Datenanschlüsse, die bereitzustellen sind, und erst danach die Armkonfiguration. Ausladung und Drehbereich entscheiden darüber, ob das Personal die Geräte dort positionieren kann, wo sie tatsächlich gebraucht werden; die Traglast entscheidet darüber, ob die Deckenversorgungseinheit auch dann noch geeignet ist, wenn später weitere Monitore und Pumpen hinzukommen.

Wofür eine Deckenversorgungseinheit eingesetzt wird

Eine Deckenversorgungseinheit ist eine deckenmontierte Versorgungseinheit, die Gasentnahmestellen, Steckdosen, Potenzialausgleichspunkte, Datenanschlüsse und Montageflächen für Geräte an einen Punkt oberhalb des Patienten bringt. Sie hält Schläuche und Kabel vom Boden fern, was Reinigung und Sicherheit gleichermaßen verbessert, und sie lässt den Versorgungspunkt der klinischen Tätigkeit folgen, statt ihn fest an der Wand zu belassen.

Im Operationssaal bedeutet das in der Regel zwei Deckenversorgungseinheiten: eine mit Narkosegasen, Absaugung und Monitoring für die Anästhesie und eine mit Strom- und Datenanschlüssen für die Gerätetürme der Chirurgie. Auf der Intensivstation bedeutet es meist eine Deckenversorgungseinheit je Bett mit dem vollständigen Versorgungsumfang oder eine Kombination aus Deckenversorgungseinheit und Bettkopfeinheit.

Einarmige, doppelarmige und starre Ausführungen

Eine starre Deckenversorgungseinheit ist eine feste Säule ohne Tragarme. Sie ist die einfachste und robusteste Variante und eignet sich für Positionen, die sich nie ändern, etwa Dialyseplätze, Probenentnahmeräume und feste Bettplätze auf der Intensivstation. Eine einarmige Ausführung ergänzt einen horizontalen Tragarm mit zwei Gelenken, sodass sich der Versorgungskopf innerhalb eines definierten Radius um das Bett schwenken lässt.

Eine doppelarmige Ausführung mit drei Gelenken ergänzt einen zweiten Tragarm und ein drittes Gelenk; sie bietet den größten Arbeitsradius und die Möglichkeit, den Versorgungskopf bei Nichtgebrauch an die Wand zurückzuklappen. Tecnomed fertigt außerdem eine Doppelausführung, bei der zwei unabhängige Versorgungsköpfe an einer einzigen Deckenbefestigung hängen, jeweils mit eigenem Tragarm und eigenen Bremsen, sodass sich Nass- und Trockenversorgung trennen oder zwei Bettplätze von einem Befestigungspunkt aus versorgen lassen.

  • Starre Ausführung: feste Position, minimale bewegte Teile, geringster Wartungsaufwand
  • Einarmig mit zwei Gelenken: definierter Schwenkbereich um ein Bett, kompakte Deckenanbindung
  • Doppelarmig mit drei Gelenken: größte Ausladung, parkt außerhalb des Arbeitsbereichs
  • Doppelausführung: zwei unabhängige Versorgungsköpfe an einer Deckenbefestigung

Traglast: was die Angaben tatsächlich bedeuten

Die Traglast ist die Masse, die Versorgungskopf und Ablagen bei vollständig ausgefahrenem Tragarm tragen können; das ist der ungünstigste Fall für Deckenbefestigung und Armlager. Deckenversorgungseinheiten von Tecnomed tragen serienmäßig 90 kg und lassen sich in kundenspezifischer Ausführung bis 180 kg ausführen. Eine Angabe ohne Nennung der Armstellung ist für die Planung nicht verwertbar.

Rechnen Sie die tatsächliche Last aus, statt sie zu schätzen. Ein Patientenmonitor, zwei oder drei Infusionspumpen, eine Spritzenpumpe, eine Ablage für das Beatmungsgerät und die Schläuche selbst summieren sich schnell, und im Operationssaal kann ein Geräteturm auf einer Ablage die Gesamtlast dominieren. Planen Sie anschließend Reserve ein: Eine heute installierte Deckenversorgungseinheit trägt zur Mitte ihrer Lebensdauer Geräte, die es heute noch nicht gibt, und eine Erhöhung der Traglast nach dem Schließen der Decke ist teuer.

Ausladung und Drehbereich: der Arbeitsbereich

Die Ausladung ist der horizontale Abstand vom Deckenflansch zur Mitte des Versorgungskopfes bei ausgefahrenen Tragarmen. Der Drehbereich gibt an, wie weit sich jedes Gelenk drehen lässt. Beides zusammen ergibt den Arbeitsbereich, also die Fläche, innerhalb derer sich der Versorgungskopf tatsächlich positionieren lässt. Diese Größe ist mit dem Raumlayout abzugleichen, nicht die Armlänge allein.

Zeichnen Sie den Arbeitsbereich bereits in der Planungsphase in den Raumplan ein, und zwar mit Bett oder OP-Tisch in jeder vom klinischen Team genutzten Stellung, einschließlich der gedrehten Position für Bildgebung oder Atemwegszugang. Prüfen Sie, ob der Versorgungskopf die OP-Leuchte, die Zuluftauslässe der Decke und vorhandene Deckenschienen frei passiert. Farblich gekennzeichnete Bremstasten und Gelenke an Deckenversorgungseinheiten von Tecnomed ermöglichen es dem Personal, das richtige Gelenk zu lösen, ohne während eines Eingriffs nach dem passenden Bedienelement suchen zu müssen.

Zu planende Versorgungen: Gasarten, Strom, Daten und Ablagen

Deckenversorgungseinheiten von Tecnomed sind serienmäßig mit acht Steckdosen und acht Potenzialausgleichspunkten in britischer, US-amerikanischer oder europäischer Ausführung sowie mit zwei Zubehörschienen ausgestattet. Die Gasentnahmestellen werden passend zum Rohrleitungssystem des Krankenhauses in der Ausführung BS 5682, DIN 13260-2 oder AFNOR NF S 90-116 geliefert; Manometer für die Gasarten können am Versorgungskopf ergänzt werden.

Ablagen, Schubladen, Infusionsstative und Abdeckungen für Datendosen sind die Optionen, die aus einem Versorgungskopf einen Arbeitsplatz machen. Legen Sie frühzeitig fest, wie viele Ablagen in welchem Abstand benötigt werden, denn die Position der Ablagen beeinflusst den Schwerpunkt und damit die Lastberechnung. Entscheiden Sie außerdem, welche Steckdosen an der unterbrechungsfreien Stromversorgung liegen, und kennzeichnen Sie diese eindeutig, damit lebenserhaltende Geräte nicht versehentlich an einer normalen Netzsteckdose angeschlossen werden.

Anforderungen im Operationssaal und auf der Intensivstation

Operationssäle benötigen Ausladung und die Möglichkeit, den Versorgungskopf vollständig aus dem Sterilbereich zu parken. Meist werden dort Instrumentenluft 7 bar in größerem Umfang, eine Narkosegasfortleitung und mehr Datenanschlüsse für Bildgebung und Video benötigt. Doppelarmige Ausführungen mit drei Gelenken überwiegen hier, häufig paarweise, und die Bremsleistung ist wichtig, weil der Versorgungskopf während eines OP-Programms wiederholt umpositioniert wird.

Die Intensivstation benötigt eher Traglast und Zuverlässigkeit als Ausladung. Der Versorgungskopf bleibt tagelang in weitgehend derselben Position und trägt eine schwere, gleichbleibende Last aus Pumpen und Monitoren. Einarmige Ausführungen, Doppelausführungen für zwei Bettplätze und starre Ausführungen an festen Bettplätzen sind hier gleichermaßen verbreitet; die Höhenverstellung wird eher aus ergonomischen Gründen geschätzt als für schnelles Umpositionieren.

Checkliste für die Spezifikation

Eine Spezifikation, die die folgenden Punkte beantwortet, lässt sich belastbar kalkulieren und ohne Nachträge auf der Baustelle montieren. Geben Sie sie zusammen mit einem Deckenspiegel heraus, der die vorgesehene Flanschposition und die Höhe der Rohdecke zeigt, denn die bauliche Schnittstelle ist der Punkt, an dem die meisten Projekte mit Deckenversorgungseinheiten nach Baubeginn in Schwierigkeiten geraten.

Lassen Sie sich den Arbeitsbereich vom Lieferanten in Ihr Raumlayout einzeichnen, statt ihn nur beschreiben zu lassen, und lassen Sie sich die Traglast bei voll ausgefahrenem Tragarm bestätigen. An diesen beiden Antworten erkennen Sie schnell, ob ein Bieter den Raum gelesen hat oder einen Katalogartikel anbietet; es sind zugleich die Details, die nach der Übergabe über die Zufriedenheit der Anwender entscheiden.

  • Raumtyp, lichte Raumhöhe und Maß von Rohdecke bis Fertigdecke
  • Armkonfiguration und erforderliche Ausladung, mit im Plan eingezeichnetem Arbeitsbereich
  • Erforderliche Traglast bei voller Ausladung, mit begründender Geräteliste
  • Gasarten, Anzahl und Standard der Entnahmestellen
  • Anzahl und Ausführung der Steckdosen, aufgeteilt auf Netz- und USV-Versorgung
  • Potenzialausgleichspunkte, Datendosen sowie Video- oder Bildgebungsanschlüsse
  • Erforderliche Ablagen, Schubladen, Infusionsstative und Schienenzubehörteile
  • Bremsentyp: Standard, elektromagnetisch oder pneumatisch
  • Höhenverstellung: motorisiert oder fest

Häufige Fragen

Welche Traglast sollte eine Deckenversorgungseinheit haben?

Ausreichend für die vollständige Geräteliste bei voll ausgefahrenem Tragarm, mit Reserve für künftige Geräte. Deckenversorgungseinheiten von Tecnomed tragen serienmäßig 90 kg und lassen sich in kundenspezifischer Ausführung bis 180 kg ausführen. Lassen Sie sich stets bestätigen, dass eine genannte Angabe für voll ausgefahrene und nicht für eingeklappte Tragarme gilt.

Einarmig oder doppelarmig: Was wird benötigt?

Einarmige Ausführungen mit zwei Gelenken eignen sich für Intensivbetten und kleinere Räume, in denen sich der Versorgungskopf innerhalb eines begrenzten Radius bewegt. Doppelarmige Ausführungen mit drei Gelenken bieten einen deutlich größeren Arbeitsbereich und lassen sich außerhalb des Sterilbereichs parken; deshalb sind sie im Operationssaal die übliche Wahl.

Kann eine Deckenversorgungseinheit dieselben Gasentnahmestellen führen wie unser vorhandenes Rohrleitungssystem?

Ja. Deckenversorgungseinheiten von Tecnomed werden mit Gasentnahmestellen in der Ausführung BS 5682, DIN 13260-2 oder AFNOR NF S 90-116 geliefert. Stimmen Sie sie auf den übrigen Bestand des Krankenhauses ab, damit Sondenstecker, Flowmeter, Druckminderer und Schläuche zwischen Deckenversorgungseinheiten, Bettkopfeinheiten und Wandentnahmestellen austauschbar bleiben.

Wofür wird eine Doppelausführung eingesetzt?

Eine Doppelausführung trägt zwei unabhängige Versorgungsköpfe an einer Deckenbefestigung, jeweils mit eigenem Tragarm und eigenem Bremssystem. Sie dient dazu, Nass- und Trockenversorgung an einem Arbeitsplatz zu trennen oder zwei benachbarte Bettplätze zu versorgen, wenn die Decke nur einen geeigneten Befestigungspunkt bietet.

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